Newsadoo macht das Nachrichtenlesen wieder spannender

Hallo David, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Newsadoo kurz vor:

Gern – freut mich. Ich hab nach meinem Wirtschaftsstudium an der Johannes Kepler Universität am Institut für Unternehmensgründung einige Jahre als Universitäts-Assistent gearbeitet und war in der Zeit auch quasi Startup-Beauftragter an der JKU. Unter anderem habe ich den OÖ Prä-Inkubator akostart oö damals konzipiert und mit aufgebaut. Danach habe ich mit zwei Mitgründerinnen einen Zeitschriftenverlag gegründet, der bis heute relativ erfolgreich das Wirtschaftsmagazin DIE MACHER herausgibt. Seit 2017 fokussiere ich mich jetzt auf Newsadoo. Mittlerweile sind wir ein internationales Team von elf Full-Time Spezialisten in den Bereichen Softwareentwicklung, künstliche Intelligenz, Growth Marketing und Partnermanagement.

© 2019

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startup, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

Newsadoo ist ein “Spotify für News” – also alle Nachrichten aus den bekannten Zeitungen und Magazinen personalisiert in einem System. Die Basis dafür ist der technologische Kern dahinter, wo wir auf Basis von künstlicher Intelligenz bzw. Machine Learning und Natural Language Processing ein europaweit führendes System entwickeln konnten. Für User heißt das dann relevante Nachrichten, die wirklich interessieren, aus den Quellen, denen man vertraut, abrufbar auf allen unterschiedlichen Devices, die man über den Tag hinweg verwendet.

Welches Problem wollt Ihr mit Newsadoo lösen und wie ist die Idee dazu entstanden ?

Tagesaktuelle Nachrichten werden immer mehr online gelesen. Social Media macht die Verbreitung von News in Echtzeit immer einfacher, dadurch werden oft auch Fake News verbreitet. Print ist stark rückläufig, Zeitungsverlage kommen den Giganten wie Facebook und Google technologisch nicht nach bzw. werden immer abhängiger. Gleichzeitig schrumpfen die Werbeumsätze von Verlagen. Mit Newsadoo steuern wir diesem Trend entgegen – mit einer Lösung, die gemeinsam mit den Verlagen dafür sorgt, dass die Abhängigkeit wieder reduziert wird, und ein europäisches Modell etabliert wird. Unter anderem holen wir Leser aus ihrer Filterblase dank unserer Bundle-Funktion, die zeigt, wie unterschiedliche Medien über ein Thema berichten. So können Fake News, sowie Über- und Untertreibungen, ganz leicht erkannt werden.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Newsadoo erklären ?

Newadoo ist deine ganz individuell aufbereitete Tageszeitung, mit allen Artikeln, die dich wirklich interessieren oder betreffen. Der Chefredakteur, der dir die Artikel zusammenstellt, ist in diesem Fall ein Computer. Aber die Quellen und Autoren sind genau die, denen du immer schon vertraust. Für dich wird es zum Beispiel ganz einfach zu wissen, was direkt im Ort passiert. Oder du verfolgst in einem eigenen Kanal die Nachrichten zu dem Fußballverein, dem Opa immer die Daumen drückt. Alles geht ganz einfach und funktioniert ganz von selbst.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Das Konzept eigentlich nicht – unser Ansatz ist “Wenn etwas nicht funktioniert, ändere den Weg, aber nicht das Ziel”. Wir haben aber schon den Fokus immer wieder nachgeschärft. Gerade im letzten Jahr hat sich wieder viel getan. Wir waren viel unterwegs, unter anderem im Silicon Valley und am SXSW in Austin/Texas, beim Websummit in Lissabon und so weiter – da gibt es viele spannende Meetings und dann auch immer wieder neue Potentiale. In der Forschung arbeiten wir derzeit in einem großen Forschungsprojekt gemeinsam mit dem Software Competence Center Hagenberg (SCCH), Cloudflight und dem RISC. Ziel vom Projekt “TIDE” (Transparent, Intelligent, Diverse, European News-Recommendation Algorithm) ist die Technologieführerschaft in unserem Technologiebereich in der Medienindustrie.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Ganz einfach – User können ihre Zeitungen und Magazine in Newsadoo abonnieren. Diese Umsätze teilen wir uns dann mit den Verlagen. Zweite große Umsatz-Säule sind Werbeeinnahmen. Hier geht es um die Kollaboration der Daten dahinter und einen intelligenten, datenbasierten Algorithmus. Auch hier bekommen die Verlage den Großteil des Umsatzes. So funktioniert das Geschäftsmodell für die Verlage und am Ende auch für uns.

Wie genau hat sich Newsadoo seit der Gründung entwickelt ?

Gerade im letzten Jahr haben wir viele spannende Meilensteine erreicht. Im März 2019 waren wir Gewinner der Media Start-up Night beim SXSW in Austin, Texas. Im Oktober hat die Raiffeisen Innovation Invest GmbH als Venture Capitalist bei uns investiert. Dieses Jahr im März haben wir die Marke von 100.000 Usern geknackt. Mit Unterstützung der FFG haben wir außerdem unser Forschungsprojekt TIDE heuer im Mai gestartet.

Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Derzeit arbeiten elf Vollzeitangestellte bei uns und es gibt offene Stellen im Bereich Softwaredevelopment, Sales und Growth Marketing bei uns. Außergewöhnlich gute Leute mit besonderem Interesse im News-Bereich nehmen wir immer.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Tatsächlich eigentlich gar nichts. Leider dauern Dinge manchmal länger als wir gerne hätten, wir haben aber alle Milestones bis jetzt erreichen können, und sehen sehr zuversichtlich in die Zukunft. Was wirklich schief gegangen ist, ist vielleicht das ganze Thema Corona – das ist insgesamt sehr bedauerlich, wir haben aber Gott sei Dank Wege gefunden, wie wir auch in dieser schwierigen Situation weiter voran kommen.

Welche Wege sind das ?

Wir haben im Frühling einige Zeit intern gehabt, die sonst im schnelllebigen Tagesgeschäft rar ist. So haben wir sowohl die Kapitalausstattung stärken können, als auch die technologische Basis vorantreiben und stärken, und auch den Fokus neu eingestellt. Wir sind in der Krise als Team auch weiter zusammengewachsen und werden immer besser in der Effizienz der Abläufe und der internen Kommunikation. Jede Krise ist auch eine Chance – wir werden sehen, wie es sich am Ende auf unser Business ausgewirkt hat.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Es gibt natürlich immer wieder Rückschläge. Startup heißt Achterbahn der Gefühle. Die Branche, in der wir uns bewegen, ist eine ganz schwierige. Das Tempo ist nicht immer so, wie wir uns das wünschen würden. Trotzdem sehen und hören wir eigentlich dauernd, dass wir mit unserem Konzept auf dem richtigen Weg sind. Die Tageszeitung TAZ hat in dem Artikel ‘Ein Netflix für Journalismus’ über uns geschrieben: “Das österreichische Start-up Newsadoo etwa wird auch international als das neue heiße Ding gehandelt.”

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Viel Geld ist von den Gründern hineingeflossen, dann haben wir zwei Businessangels an Bord geholt, die auch einen strategischen Impact gebracht haben, dann ist mit Raiffeisen Innovation Invest ein VC dazugekommen. Förderungen haben wir von der FFG und AWS erhalten. Wir sind sehr stabil finanziert.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Den Durchbruch schaffen – es geht jetzt um Optimierung von UX und Funktionen mit vollem Fokus auf den User.

Vielen Dank für das Interview.

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