Die erdbeerwoche im Interview

Hallo Annemarie, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Vielleicht möchtest Du uns Euer Startup, ganz zu Beginn kurz vorstellen ?

Die erdbeerwoche ist das erste auf Menstruation spezialisierte Social Business aus Österreich mit dem Ziel, einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft anzustoßen und nachhaltige Monatshygiene in den Mainstream zu bringen. Wir wollen Menstruierende bei einem selbstbestimmten, gesunden und nachhaltigen Zyklus unterstützen, indem wir Informationen bereitstellen und Handel mit nachhaltigen Produkten betreiben.

Welches Problem wollt Ihr mit der erdbeerwoche lösen ?

Einerseits ein Umweltproblem – Menstruierende benötigen durchschnittlich in ihrem Menstruationsleben etwa 10.000-17.000 Monatshygieneprodukte. Diese müssen produziert und entsorgt werden und das bei einer sehr kurzen Verwendungszeit. Deshalb vertreiben wir in unserem Online-Shop nachhaltige Alternativen, wie etwa Tampons und Binden aus Bio-Baumwolle oder wiederverwendbare Produkte wie die Menstruationstasse, Stoffbinde und den Periodenslip.

Andererseits beschäftigen wir uns mit dem Gesellschaftsproblem des Tabus rund um die Menstruation und der dementsprechend oft zu gering ausfallenden Aufklärung zum Thema. Wir betreiben die Informationsplattform erdbeerwoche.com sowie Social Media Kanäle auf denen wir Wissen vermitteln und Tabus brechen wollen. Außerdem führen wir ein Projekt in Schulen namens „READY FOR RED“ in dem das grundlegende Wissen zur Periode spielerisch im digitalen Format vermittelt wird.

Wie ist die Idee zur erdbeerwoche entstanden ?

Vor der erdbeerwoche stellten die Gründerinnen Annemarie Harant und Bettina Steinbrugger im Gespräch mit Freundinnen fest: „Wir achten selbstverständlich auf gesunde & biologische Lebensmittel. Wieso denken wir eigentlich bei Menstruationsprodukten nicht an Nachhaltigkeit?“

Menstruation ist ein Tabuthema, deswegen wurde wenig darüber gesprochen und ebenso wenig darüber nachgedacht. 2011 war es eine Mission Impossible an nachhaltige Monatshygiene zu kommen. Das wollten Annemarie und Bettina ändern und gründeten deswegen die erdbeerwoche als Social Business.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Wir sind immer bestrebt, uns weiterzuentwickeln und stehen niemals still. Durch neue Projekte versuchen wir immer aktuell zu bleiben und fokussieren uns auf Tasks mit denen wir das meiste bewirken können.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Die erdbeerwoche hat 3 Tätigkeitsbereiche:

  1. Wissen ist Periodenmacht: Mit unserer Informationsplattform und unserem Schulprojekt READY FOR RED versuchen wir Wissen zu vermitteln, das Spaß macht! Damit ermöglichen wir Menstruierenden einen offenen Zugang zum Thema und ein Kennenlernen des eigenen Körpers.
  2. Nachhaltige Menstruationsprodukte: In unserem Shop bieten wir nachhaltige Periodenprodukte an, um Frauen bei einem gesunden und umweltfreundlichen Zyklus zu unterstützen.
  3. Perioden-Gerechtigkeit: Wir setzen uns außerdem für mehr Transparenz und eine gerechte Welt ein mit innovativen Projekten und Lobbying z.B. gegen die sogenannte Tamponsteuer.

Wie groß ist Euer Startup inzwischen und was habt ihr erreicht ?

Hinter uns steckt kein Konzern sondern sieben Frauen mit Hirn, Herz & Uterus. Unser Team hat zusammen über 100 Jahre Menstruationserfahrung – wir wissen also wovon wir reden. Mit geballter Frauenpower haben wir es geschafft über 7 Millionen konventionelle Menstruationsprodukte durch nachhaltige Alternativen zu ersetzen. 25.000 Jugendliche konnten wir bereits mit READY FOR RED zum Thema Menstruation und der Auswirkungen auf Körper und Umwelt aufklären. Mit unserer Informationsplattform erdbeerwoche.com und unseren Social Media Kanälen erreichen wir monatlich über 400.000 Frauen!

Vielen Dank für das Interview.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Social profiles

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.