Nuki – smartes Türschloss für Zuhause

Hallo Martin, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Nuki kurz vor:

Ich bin Martin Pansy, Co-Founder und CEO von Nuki, dem führenden Hersteller von nachrüstbaren, smarten Zugangslösungen für Europa.

Wir sind ein Team von 80 Mitarbeitern und unsere Smart Home-Produkte wurden bis Ende 2019 über 100.000 Mal verkauft. Mittlerweile sind wir auch Partner von führenden Unternehmen wie Apple, Google oder Airbnb.

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startups, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

Das Kernprodukt von Nuki ist das Nuki Smart Lock – ein nachrüstbares smartes Türschloss. Es kann ganz einfach an der Innenseite deiner Tür über den bestehenden Schließzylinder und Schlüssel angebracht werden. Nuki ist binnen 3 Minuten startbereit und lässt deine Tür mit dem Smartphone steuern. Nuki erkennt automatisch, wenn du dich der Türe näherst und öffnet automatisch bei Annäherung. Zusätzlich kannst du Zutrittsberechtigungen an Familie, Freunde und Bekannte vergeben, ohne einen physischen Schlüssel aushändigen zu müssen.

Welches Problem wollt Ihr mit Nuki lösen ?

Wir wollen die Art und Weise, wie Menschen ihr Zuhause betreten, neu denken und den Schlüssel durch zeitgemäße mobile Möglichkeiten ersetzen. Der Zutritt ins eigene Heim soll nicht an einem haptischen Schlüssel hängen, sondern möglichst ohne menschliches Zutun passieren. Dabei ist Sicherheit vorrangig und garantiert peace of mind. Jedenfalls möchten wir mit Nuki den Alltag möglichst einfach, smart und sicher gestalten.

Wie ist die Idee zu Nuki entstanden ?

Die Idee entstand aus einem Problem, das mein Bruder und ich oft erleben mussten. Ich habe meinen Hausschlüssel immer wieder im Büro vergessen. Mein Bruder Jürgen, ein erfolgreicher Rennradfahrer, ärgerte sich über den unhandlichen Schlüsselbund, der in seinem Trikot verstaut werden muss. Daraufhin haben wir beschlossen, etwas zu finden, dass uns das Mitnehmen eines klassischen Schlüssels erspart. 

Wir haben mit sms.at in der Vergangenheit viel Know-How rund um digitale und mobile Anwendungen gesammelt und suchten daher nach einer technischen Lösung, wie das Smartphone den physischen Schlüssel ersetzen kann. Daraufhin bildeten wir ein 8-köpfiges Team, um eine Nachrüstlösung zu bauen, mit der wir die smarte Türschloss-Revolution starten konnten.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Nuki erklären ?

Nuki ist wie eine unsichtbare Hand, die an der Innenseite der Tür auf der Klinke liegt und die Tür öffnet, wenn man es möchte.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Mittlerweile bieten wir ein ganzes Ökosystem an Zutrittslösungen für Eigenheim, Wohnung, Büros oder auch Ferienwohnungen. Mit der Kombination unserer Produkte kann Nuki sowohl die Haupteingangstür als auch die Wohnungstür steuern. Nuki ermöglicht schlüssellosen Zutritt von der Straße bis in die Wohnung und praktische Alternativen zum Sperren mit dem Handy.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir vertreiben unsere smarten Zugangslösungen über unseren eigenen Online-Shop, sind aber auch bei zahlreichen Retail-Partnern in Europa und seit kurzem auch in Australien und Neuseeland verfügbar. Darüber hinaus gibt es ein Programm für spezialisierte Wiederverkäufer im Smart Home-Bereich und auch Lösungen für Geschäftskunden – vor allem im Bereich der Kurzzeitvermietung.

Wie genau hat sich Nuki seit der Gründung entwickelt ?

Wir haben von Anfang an gemerkt, als wir noch an den ersten Prototypen arbeiteten, dass die Idee, den Schlüssel durch das Smartphone zu ersetzen, bei Kunden eine Begeisterung auslöst. Diese Begeisterung hat uns über die Jahre hinweg getragen und zeigt uns, dass vom Markt die Nachfrage nach einer Lösung wie Nuki besteht. Bisher ist an ca. einem Prozent der europäischen Türen ein Smart Lock montiert, verschiedene Industrieprognosen sprechen von interessantem Wachstum in den nächsten Jahren – es gibt also noch viel für uns zu tun. Mit unserem neuen Programm ‘Works with Nuki’ wollen wir auch in das Neubau-Segment einsteigen – das verspricht natürlich noch ganz andere Wachstumschancen für die Zukunft.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

In den vergangenen drei Jahren haben wir unsere Unternehmenskennzahlen jeweils mehr als verdoppelt. Alleine in den vergangenen 18 Monaten sind wir von 40 auf 80 Mitarbeiter gewachsen. Wir hatten 2019 beispielsweise 150 Prozent mehr Umsatz als noch 2018.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

In den Phasen der Produktentwicklung gab es natürlich immer wieder mal Rückschläge. Wir haben Entwicklungen nach einem dreiviertel Jahr verworfen. Die Lage war aber nie existenzbedrohend.

Wir gehen eben oft den Weg als Erster, und da gehört es dazu, Fehler zu machen – sonst ist man zu vorsichtig unterwegs. Umso mehr gilt es dann aber auch, aus den Fehlern zu lernen und sich dynamisch weiterzuentwickeln.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Sehr vieles. Ein konkretes Beispiel betrifft Großbritannien: Da ist unser Learning, dass die installierten Türschlösser sehr vielfältig und unterschiedlich sind. Die Kompatibilität ist hier eine größere Herausforderung als wir es zunächst angenommen hatten.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Die Kickstarter-Kampagne war definitiv eine richtige Entscheidung für Nuki. Bereits innerhalb weniger Stunden hatten wir die ursprünglich geplanten 125.000 Euro erreicht, am Ende waren es rund 385.000 Euro. Damit konnten wir die Fertigung der ersten Produktlinie finanzieren. Das positive Feedback vom Markt und von den Kunden wirkte wie ein Schneeball, der im Rollen immer größer wird. Wir arbeiten auch heute noch daran, dass dieser Schneeball immer größer wird. Es gibt schließlich noch viele Türen, die wir smart machen können.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Die erste Finanzierung erhielten wir bei der Gründung 2014 durch Up to Eleven, unserem eigenen Startup-Company Builder in Graz, in dem die Idee geboren wurde. Im Frühjahr 2015 haben wir dann eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne absolviert. Wir erhielten in den weiteren Jahren größere strategische Investments.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Wir verfolgen stets die Vision des schlüssellosen Zutritts. In Europa sind wir heute bereits Marktführer. Wir wollen das idealerweise auch in fünf oder zehn Jahren sein, wenn es keine Nische mehr ist. Und in den nächsten 12 Monaten werden wir noch die eine oder andere Neuigkeit ankündigen 😉

Vielen Dank für das Interview.

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