Apflbutzn – faire Mode aus Graz

Hallo Thomas, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Apflbutzn kurz vor:

Hallo! Apflbutzn ist seit Jahresbeginn gewachsen. Wir sind nun 3 Personen im Kernteam, die Moni, die Resi und ich. Außerdem haben wir noch 7 MitarbeiterInnen, die uns tatkräftig im Shop und in der Werkstatt unterstützen.

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startup, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

Apflbutzn Faires Gwand gibt es seit ca. 6 Jahren. Wir sind ein kleines Biomodelable und haben im März 2021 unseren Conceptstore im Grazer Zentrum eröffnet. Einerseits bekommst du dort unsere selbstgedruckten Leiberl-Unikate, und andererseits kannst du dich auch von Kopf bis Fuss in Biomode einkleiden.

Welches Problem wollt Ihr mit Apflbutzn lösen ?

Zu Beginn wollten wir zeigen/versuchen, ob wir Biomode auch zu Preisen verkaufen können, die wir uns selbst (damals Studenten) leisten konnten.

Wie ist die Idee zu Apflbutzn entstanden ?

Im Wesentlichen ist es eine recht fade Geschichte. Die Resi und ich, wir sind beide aus der Obersteiermark – dort gibt es Äpfel… Das Wort Apflbutzn hat für uns einen starken regionalen Aspekt; es wird in ganz Österreich (und in Süddeutschland) verstanden, jedoch überall ein bisschen anders ausgesprochen,

Wie würdest Du Deiner Großmutter Apflbutzn Apflbutzn erklären ?

Wir haben Gwand, dass keine Giftstoffe beinhaltet und den Näherinnen ein gscheite Gehalt bezahlt.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Eigentlich sind wir aktuell in einem großen Veränderungsprozess. Durch die Eröffnung unsers Recycled Conceptstore – vom Tisch bis zum T-Shirt alles regional.fair.recycelbar haben wir einige kleine, regionale Lables in unserem Shop aufgenommen. Hier liegt der Fokus auf Upcycling und Vintage.

Außerdem werden wir ab Sommer/Herbst 2021 „grünes Merch“ anbieten, dh. wir veredeln nicht nur Bandshirts in unserer Werkstatt im Zentrum von Graz, wir übernehmen auch die gesamte Logistik und Onlinebestellungen. Wir erhoffen uns dadurch, dass besonders kleine Band ohne Lable im Hintergrund bei uns eine Heimat finden können.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Unser GM beruht auf 3 Säulen:

  • wir sind Händler für Biomode und Accessoires, also klassisches B2C
  • wir veredeln Textilien für Privatpersonen sowie Unternehmen/Vereine/etc., B2B und B2C
  • wir bieten Workshops rund um das Thema nachhaltige Textilien und Siebdruck an
  • unser grünes Merch, welches nicht nur die Veredelung von Textilien beinhaltet, sondern auch die Logistik und den Onlineshop, B2B

Wie genau hat sich Apflbutzn seit der Gründung entwickelt ?

In aller Kürze:

Wir starteten zu dritt im Wohnzimmer mit einem Siebdruck-Kit aus dem Internet. Gegründet wurde aufgrund einer traurigen Sache – wir haben für die Erdbebenopfer in Nepal 2013 ein T-Shirt kreiert und brauchten dafür ein Konto und eine Struktur. Unser dritter Mitstreiter ist und leider gleich nach ein paar Monaten wieder verloren gegangen. Die Resi und ich entschlossen zu zweit weiter zu machen und mit ganz kleinen Auflagen zu starten.

Apflbutzn hat sich dann langsam aber sehr natürlich weiterentwickelt. Nach ca. einem Jahr zogen wir in einen Co-Working Space mit Werkstatt, 2016 eröffneten wir unser erstes Geschäft in Graz. Die größte Entwicklung fand 2020/21 statt. Im Winter 2020 starteten wir eine erfolgreiche Crowdfunding Kampagne und im März 2021 eröffneten wir unseren Conceptstore mit Schauwerkstatt auf 160m² im Zentrum von Graz.

Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Wir sind 3 Personen im Kernteam, und 8 Teilzeit-MitarbeiterInnen, die uns in der Werkstatt und im Shop unterstützen.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Zum Glück gab es meistens nur kleinere Problem, also Produkte die doch nicht so gut angenommen wurden wie gehofft, oder eine Messe, bei der man gerade mal die Kosten decken konnte.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Wir legen nun viel mehr Energie und Zeit in die Auswahl unserer Produkte und besuchen ausschließlich Messen und Märkte, die für uns interessant sind.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Von Beginn an waren wir immer unabhängig und haben noch nie Fremdkapital benötigt. Bereits nach 6 Monaten konnten wir kleine Gewinne verbuchen und haben somit bis zum heutigen Zeitpunkt auch kaum Eigenkapital im Unternehmen.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Es gab eine einmalige Einlage von Eigenkapital, ansonsten sind wir organisch gewachsen und haben uns über unsere Einnahmen finanziert.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Wir planen eigentlich immer nur für max. 6 Monate im Voraus. Besonders in der aktuellen Situation macht es keinen Sinn länger zu planen.
Wir möchten uns an unserem neuen Standort etablieren und ein Fixpunkt in Graz werden.

Vielen Dank für das Interview.

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