Music Traveler – hier finden Musiker Probenräume

Foto: Vox/Bernd-Michael Maurer

Hallo Dominik, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Music Traveler kurz vor:

Music Traveler wurde 2020 von den beiden Co-Foundern Aleksey Igudesman und Julia Rhee gegründet. Ich bin Head of Operations bei Music Traveler und als Gründungsmitglied ebenfalls seit Beginn an dabei.

Das weitere Team besteht aus Musikern und Kulturliebhabern, die vor allem in Wien und New York beheimatet sind.

Foto: Vox/Bernd-Michael Maurer

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startups, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen?

Music Traveler ist eine Plattform, mit der Musiker nahezu jeden Raum finden können, in dem Musik gemacht werden kann. Wir glauben, dass niemand stundenlang nach Räumen suchen muss, um Musik zu spielen, egal ob sie auf Tour sind oder Ihre musikalische Reise gerade erst beginnen. Durch uns ist es sehr einfach den passenden Proberaum oder Veranstaltungsort zu buchen. Neben unserem Kernbusiness entwickeln wir aber auch weitere Dienste, um Musikern zu helfen, damit sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können.

Welches Problem wollt Ihr mit Music Traveler lösen ?

Musiker auf der ganzen Welt sind ständig auf der Suche nach einem geeigneten Proberaum.
Wir möchten diesen Musikern mit unserer Plattform helfen zielgerichteter Räume für den jeweiligen Anlass zu buchen. Einerseits geht es hier um Räume in der eigenen Stadt, aber auch auf Reisen, wenn man seine eigenen Instrumente nicht mit dabei hat oder sich gerade auf Tour befindet.
Neben normalen Proberaumanbietern möchten können auch private Personen ihre Räume mit oder ohne Instrumente auf Music Traveler vermieten und zusätzliches Einkommen generieren.

Foto: Alessia-Varnaeva

Wie ist die Idee zu Music Traveler entstanden ?

Wir lieben Musik und wir lieben Wien. Für uns Musiker ist es vor allem auf Reisen immer eine große Herausforderung passende Übungsräume zu finden. Als Pianist beispielsweise ist man oft damit konfrontiert, dass Hotelzimmer nur selten ein Klavier haben. Aber auch Geigenspieler kennen das Problem, dass sich Nachbarn schnell gestört fühlen. Mit Music Traveler ist es ganz einfach, einen geeigneten Übungsraum zu finden und nebenbei auch neue musikbegeisterte Menschen kennenzulernen.

Im Grunde entwickeln wir Music Traveler aber um uns das Leben als Musiker zu erleichtern.

Foto: Joe-Schröcker

Wie würdest Du Deiner Großmutter Music Traveler erklären ?

Mit Music Traveler kann man ganz einfach einen Raum finden, um zu musizieren, Konzerte zu spielen oder andere kreative Aktivitäten. Die Anmeldung als Host ist gratis und du kannst dann sogar dein eigenes Wohnzimmer anbieten. Tolle Musiker kommen zu dir nach Hause, üben für ein paar Stunden, und du wirst für dieses ‚Live Konzert‘ sogar noch bezahlt.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Wir haben uns zu Beginn auf Räume mit Klavieren konzentriert, da wir unsere Wurzeln in der klassischen Musik haben und Musiker Klaviere nun mal nicht so einfach transportieren können. Wir haben aber schnell festgestellt, dass die Suche nach geeigneten Räumen ein großes Problem nicht nur für Pianisten ist, sondern für alle Musiker weltweit und wir bieten mittlerweile Räume für alle Musikgenres an.

Aufgrund der Corona Pandemie arbeiten wir noch an einem weiteren Feature. Derzeit entwickeln wir eine Streaming Plattform, um Musiker in diesen herausfordernden Zeiten zu unterstützen. Der Soft Launch wird diesen Dezember erfolgen.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir haben ein transaktionsbasiertes Gebührenmodell, d.h. wir bekommen einen Anteil von jeder erfolgreichen Buchung. In Zukunft werden wir ein dynamisches Preismodell entwickeln.

Wie genau hat sich Music Traveler seit der Gründung entwickelt ?

Nach unserem Österreich Launch 2017 im Wiener Konzerthaus mit dem Schauspieler John Malkovich, bieten wir zahlreiche Räume in Österreich an. Zudem haben wir auch nach Deutschland, die Schweiz und viele andere Länder expandiert, wo Musiker mittlerweile aus über insgesamt 400 verschiedenen Räumen wählen können.

Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Aktuell umfasst das Team von Music Traveler 14 Personen. Es arbeitet aber nicht jeder davon Vollzeit, viele sind nach wie vor aktive Musikerinnen und Musiker.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Die Corona Pandemie hat uns natürlich wahnsinnig hart getroffen. Gerade während des 1. Lockdown im April dieses Jahres wurde unser Auftritt bei ‚Die Höhle der Löwen‘ ausgestrahlt. Die riesige Reichweite im deutschsprachigen Raum konnten wir deshalb nicht wie erwartet nutzen. Unsere bestehenden und auch neuen User konnten die Räume ganz einfach nicht buchen und mussten für mehrere Wochen zu Hause bleiben.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Uns war schnell klar, dass wir neben unserem Kernbusiness weitere Features entwickeln müssen, um Musikern in dieser schweren Zeit zu helfen und uns als Firma breiter aufzustellen. Wir haben dann mit der Entwicklung einer Streaming Plattform begonnen, die im Dezember veröffentlicht wird.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Wir haben ein tolles Netzwerk an Ambassadors aufbauen können. Hier zählen neben zahlreichen weltbekannten Musikern wie Billy Joel, Hans Zimmer, Yuja Wang oder Sean Lennon auch Schauspieler wie John Malkovich oder Adrien Brody.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Wir freuen uns, mehrere Investoren an Bord zu haben, wie zum Beispiel Billy Joel oder Hans Zimmer.

Darüber hinaus haben wir auch die Unterstützung der Wirtschaftsagentur Wien, die uns mit mehreren Förderungen geholfen haben, Music Traveler zu starten und auch weiterzuentwickeln.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Mit Music Traveler wollen wir weltweit expandieren und uns vor allem in den großen Musikmärkten wie USA und Südkorea etablieren. Zudem wollen wir mit unserer neuen Streaming Plattform viele Musiker erreichen, die momentan Probleme haben, ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.

Vielen Dank für das Interview.

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