Kern Tec – innovative und nachhaltige Kerne, Öle, Mehle und Schalengranulate

Hallo Michael, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Kern Tec kurz vor:

Unser Gründerteam besteht aus 4 Personen, mich Michael Beitl, Luca Fichtinger, Sebastian Jeschko und Fabian Wagesreither. Während ich und Luca beide Betriebswirtschaft studiert haben, widmen wir uns allen wirtschaftlichen Herausforderungen, welche es zu bewältigen gibt. Einkauf, Verkauf, Marketing, Finanzen, Buchhaltung – die ganze Palette eben. Da wir ein technisches Start-up sind, sind wir damit gesegnet unseren Horizont auch im technischen Bereich auszuweiten, wo wir auch Hand anlegen dürfen und müssen. Die technischen Genies sind dann Sebastian und Fabian. Sebastian hat seinen Master in Wirtschaftsingenierwesen-Maschinenbau abgeschlossen, daher widmet er sich der Produktionsplanung und Prozess- sowie neuen Produktenwicklungen. Fabian ist der praktische Techniker, nach 4 Jahren Erfahrung in einem großen Produktionsbetrieb übernimmt er die Produktionsleitung, Maschinenaufstellung und ist das Genie, wenn es um die technische Umsetzung geht. Wir beschäftigen mittlerweile 2 weitere Mitarberinnen, welche im biochemischen Bereich für Weiterentwicklungen zuständig sind.

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startups, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

Die Kerne von Steinobst (Aprikosen, Kirsch, Pflaume und Pfirsich) werden mit einer eigens entwickelten Technologie in Samen und Schale getrennt, um erstmals eine wirtschaftliche Produktion in Österreich zu ermöglichen. Des Weiteren können wir weltweit erstmals das darin enthaltene „Gift“ namens Blausäure herauslösen, dadurch erfinden wir einen neuen Rohstoff, der erstmals sicher in die Lebensmittelindustrie gebracht werden kann, das gibt uns einen unverkennbaren Vorsprung. Es handelt sich also um eine neue Nuss, die Anwendungsmöglichkeiten sind breit, nämlich die wie jede andere Nuss, jedoch nachhaltig, mit neuem Geschmack und innovativ. Für die Schale haben wir ebenfalls eine breite Palette an Anwendungen: industrielle Strahlmittel, kosmetische Peelings, Plastikfreie Verpackungen, Futtermittel uvm.

Obstbauern bekommen eine neue Einnahmequelle und der Endkonsument ein noch nicht dagewesenes Erlebnis, welches jeder schon einmal gekostet haben muss.

Welches Problem wollt Ihr mit Kern Tec lösen ?

Wichtig war es uns, den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und dadurch die Kreislaufwirtschaft zu unterstützen. Die Samen und Schalen sind eine grandiose Quelle für Innovation, daher wird der Kern zu 100 % wiederverwertet.

Wie ist die Idee zu Kern Tec entstanden ?

Entsprungen ist die Idee tatsächlich bei einem Stamper’l Marillenschnaps, bei dem diskutiert wurde, dass die Kerne von Marillen, Zwetschken und Kirschen üblicherweise entsorgt oder verheizt, nachdem die Früchte zu Säften, Marmelade, Konserven oder Schnaps verarbeitet wurden. Das Problem dabei war, dass es an einer Möglichkeit fehlt, durch die harte Schale vorbei an den inneren Samen zu gelangen. 1 Jahr Schraub- und Entwicklungsarbeit später, wurde aus dem Prototypen eine Produktionslinie und wir gingen in das erste industrielle Produktionsjahr.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Kern Tec erklären ?

Kern Tec ist beinahe selbsterklärend. Der Kern ist unser Rohstoff und „Tec“ dass wir mit Technologien arbeiten, um den Rohstoff weiterzuverarbeiten. Letztendlich gewinnen wir eine neue, regionale Nuss. Welche lokal hergestellt wird und mit seinen Inhaltsstoffen eine wertvolle Innovation für Neuprodukte liefert.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir sind ein reines B2B Unternehmen. Wir stellen den Rohstoff her und verkaufen ihn an weiterverarbeitende Unternehmen weiter. Diese pressen diese dann zB zu Öle, verarbeiten sie in Backmischungen, Kosmetikprodukten, Teigwaren etc. Wir arbeiten in der Produktentwicklung eng mit unseren Partnern zusammen und geben unser Rohstoff Know-how weiter, damit neue Produktinnovationen entstehen können.

Wie genau hat sich Kern Tec seit der Gründung entwickelt ?

Wir investieren jedes verfügbare Geld in Forschung und Entwicklung. 2 Jahre Maschinenbau, 3 Jahre Forschung Blausäuretechnologie und Produktentwicklungen. Daher konnten wir nach Bau der Maschine im 1. Jahr, im 2. Jahr den industriellen Prozess starten und 300 Tonnen Kerne verarbeiten, nun im 3. Jahr möchten wir 1.000 Tonnen Grenze knacken.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Das würde den Rahmen sprengen. Grundsätzlich geht alles schief, es braucht bei uns immer einen 2. Und 3. Anlauf, letztendlich bekommen wir aber fast alles so hin, wie wir es uns vorgenommen haben. Es ist bei unser Schicksal, dass wir Schweiß und Fleiß in jedes Themengebiet stecken müssen.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Zu Beginn Erspartes, dann Preisgewinne bei Wettbewerben, danach Förderungen und Umsätze. Und natürlich, unzählig unbezahlte Arbeitsstunden.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Der Launch eines weltneuen, pflanzlichen Proteins, welcher Q1 2021 passieren soll. Die Nachfrage danach ist bereits groß. Vielen Dank für das Interview

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